Juneau
Nur dahoam is dahoam!

90 Tage sind um. Ich bedanke mich gleich mal vorweg, dass ihr alle mein Leben in Mexiko verfolgt habt. Ein bisschen bin ich ja schon froh, nicht mehr täglich bloggen zu müssen, denn das hat viel Zeit gefressen, vor allem die Teile über die mexikanische Kultur, weil ich teilweise recherchieren musste. Irgendwie überwältigt mich das Ganze so sehr, dass es mir schwer fällt, die richtigen Worte zum Abschluss zu finden... Mexiko hat mir viel beigebracht. Ich bin wahrscheinlich ein anderer Mensch geworden. Ich bin zwar die gleiche geblieben, aber ich denke, ich konnte mich zum Positiven hin wandeln. Ich bin optimistischer, zuversichtlicher, reifer, erwachsener. Drei Monate habe ich ohne Familie und Freund überlebt. Das war nicht immer leicht. Oft hatte ich schlimmstes Heimweh, oft war ich so angepisst von der Entspanntheit Mexikos. Jetzt ist es vorbei, ich bin wieder daheim. Mir fehlen nach wie vor die Worte. Ich bin froh um all die neuen Erfahrungen, gute und schlechte, die ich dort gemacht habe. Vor allem aber freue ich mich über die Unterstützung, die ich dort bekam, auch wenn sie aus 15000 Kilometer Entfernung kam. Danke für alles, ich habe euch alle sehr, sehr lieb. Ohne euch wäre mein Leben echt um einiges trister.

Schließen möchte ich mit einem Zitat:


Erst die Fremde lehrt uns,
was wir an der Heimat haben.

Theodor Fontane (1819 – 1898)


Adios, mi México. Te quiero.

23.11.13 10:25


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Donnerstag, 21.11.2013 – Mein wirklich letzter Tag in Mexiko

Noch nie bin ich um fünf Uhr morgens freiwillig aufgestanden... Da ich heute so früh blogge, kann es durchaus sein, dass ihr den vom gestrigen Mittwoch noch nicht gelesen habt. Nur um euch drauf aufmerksam zu machen!

Ich kann es nicht glauben. Der Tag, auf den ich jetzt fast drei Monate gewartet habe, ist endlich da. Bevor ich mich auf den Weg zum Flughafen mache, möchte ich noch ein paar Worte zu Mexiko-Stadt loswerden. Ich hoffe, danach vergesst ihr sämtliche Vorurteile über diese Stadt!

Wenn ich an Mexico City gedacht habe, dachte ich an Gewalt, Drogen, Armut und einen schwarzen Himmel aufgrund des Smogs. Das hat wirklich null mit dem zu tun, was ich hier gesehen habe (gut, mit Ausnahme der besoffenen Hippies gleich nach Ankunft). Ich fühlte mich hier sehr wohl und auch sehr sicher. Natürlich darf man nicht blind durch die Gegend laufen, aber ich empfand Paris zum Beispiel viel gefährlicher. Natürlich erschlägt einen das: 25 Millionen Einwohner, die Dunkelziffer viel höher, und die zweitgrößte Stadt der Welt, im Erdbeben- und Sumpfgebiet gebaut. Auf einem ausgetrockneten bzw. teilweise trocken gelegten See! Deshalb ist der Untergrund natürlich weich, und sinkt ernsthaft ab. Man muss sich nur die Kathedrale ansehen, sowie ein paar andere wuchtige Gebäude. Meistens gibt es ein paar Stufen nach unten zusätzlich, und in den Gebäuden befinden sich große Gerüste, dass hier nichts einstürzt. Jetzt zur Metro: klar, die ist voll, stickig, heiß und schwül, aber auf jeden Fall immer ein Erlebnis, und trotz allem ein wirklich effizientes Verkehrssystem, von dem Guadalajara nur träumen kann. Ein Ticket kostet lächerliche drei Pesos, etwa 18 Cent! Entspannen kann man sich dort nicht, denn an jeder Station, und ich meine wirklich, an jeder verdammten Station, steigen irgendwelche Straßenhändler ein, die dir alles Mögliche verkaufen wollen: Schraubenzieher, Taschenlampen, Scheren, Batterien, Handschuhe, Nagelpfeilen, Bücher, Süßigkeiten, Origami-Vorlagen und sonstigen Kitsch. Aber vor allem Musik. Das machen sie folgendermaßen: Mit einem Subwoofer auf dem Rücken beschallen sie den ganzen Waggon.


Übrigens liegt Mexico City in einem Tal, auf knapp 2300 Meter über Normalnull. In Deutschland würde es dann wahrscheinlich die ganze Zeit kalt sein und man müsste bitterlich frieren, aber hier in Mexiko bedeutet diese Höhe ein fast immer angenehmes Klima.


Oft denkst du gar nicht daran, in Lateinamerika zu sein. Diese Stadt wirkt wie eine europäische, entwickelte, westliche Stadt. Der einzige Unterschied: Se habla mexicano! Man spricht Mexikanisch! Mexico City besitzt einen ganz besonderen Charme und ein interessantes Ambiente...


So. Der Koffer ist gepackt. Das Taxi ist bestellt. Es geht los! Bis in etwa 20 Stunden, etwa 15000 Kilometer weiter nordöstlich! <3



Song of the Day: The Box Tops – The Letter

21.11.13 13:28


Mittwoch, 20.11.2013 – Mein letzter Tag in Mexiko

Mein erster Gedanke heute morgen: „Wieso kann nicht schon Donnerstag sein?“ Nach anfänglichem Granteln und Kaffee wollte ich gleich mit der Metro zum Nationalen Anthropologie-Museum fahren. Erstens: Zocalo (Hauptplatz) wegen Militärparade gesperrt, ich musste mir eine andere Metrostation suchen. Zweitens: Als ich diese dann nach einer halben Stunde gefunden habe, stellte ich fest, dass ich meine Speicherkarte für die Kamera im Hostel habe liegen lassen. Also noch mal zurück. Ich stieg bei Chapultepec aus, dann war natürlich das Nationale Geschichtsmuseum im Schloss Chapultepec (das ist übrigens Nahuatl und heißt Hügel der Grashüpfer) näher, und ich besuchte das zuerst. Danach dann also durch den riesigen Park (übrigens der größte urbane Park in Lateinamerika) bis zum Anthropologie-Museum. Das ist mit Abstand das beste Museum, in dem ich je war. Es ist riesig, und dann auch noch zweistöckig. Oben findet man die zeitgenössischen, indigenen Kulturen, unten alle präkolumbianischen Dinge nach Völkern geordnet. Erwähnenswert: Ich habe den riesigen Stein der Sonne gesehen (den viele für den Maya-Kalender oder so halten). Dort war ich gut drei Stunden. Beim Zurückfahren waren dann schon zwei Metrostationen gesperrt, und ich musste wirklich weit zurück laufen. Mir tat alles weh, deshalb habe ich mich nicht mehr mit Gonzalo getroffen. Abends formatierte ich meine circa 300 Fotos, die ich heute gemacht habe, und packte meinen Koffer fertig. Es ist 10 Uhr, ich lege mich jetzt hin. Morgen muss ich ja früh raus... mein großer Tag! Ich habe übrigens vor, morgen auch noch mal zu bloggen, das dürfte dann gegen ein Uhr mittags in Deutschland sein. Also, bitte zwei Einträge lesen! Ich platze vor Aufregung!


Wer sich für die Fotos von meinem Museumstag interessiert, kann sich diese auf Facebook anschauen!



Song of the Day: Nancy Sinatra – These Boots are made for walking

21.11.13 05:05


Dienstag, 19.11.2013 – Teotihuacán und UNAM

Bevor ihr euch die Zunge verknotet, man spricht es „Teh-oh-tich-wuah-KAN“ aus. Das ist der Name der größten Pyramidenanlage in ganz Mexiko, und liegt etwa 50 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt. Die gesamte Anlage hat die Größe von 20 Quadratkilometern, über diesen dominiert die wuchtige „Sonnenpyramide“, die etwa 150 n. Chr. Gebaut wurde. Die Sonnenpyramide ist nebenbei bemerkt die drittgrößte Pyramide der Welt, nach der Cholula und der Cheops. Jede ihrer Seiten hat die Länge von 222 Metern, und sie erreicht eine Höhe von bisschen mehr als 70 Metern. Zu vergleichen: 70 Meter sind auch die Niederalteicher Kirchtürme hoch. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie die damals die drei Millionen Tonnen (man lasse es sich auf der Zunge zergehen) Stein dorthin gebracht haben. Man darf insgesamt aber nur 248 Stufen (zu viel des Guten) rauf steigen, und man hat einen Ausblick, den ich nicht beschreiben kann, von dem her lasse ich es gleich bleiben.

Bisschen weiter nördlich steht dann die „Pirámide de la Luna“, die Mondpyramide, die etwa 300 n. Chr. fertig gestellt wurde. Sie ist kleiner als die Sonnenpyramide, aber ihre Spitzen sind etwa auf der gleichen Höhe, da sie auf einem Hügel gebaut wurde. Ich weiß nicht, wie viele Tempel, Paläste und Pyramiden insgesamt stehen, aber das müsst ihr euch anschauen. Wahnsinn.


Ich machte mich also heute um halb neun auf, mit der Metro bis zum Central Norte, von dort mit dem Bus etwa eineinhalb Stunden nach Teotihuacán. Insgesamt bezahlt: 80 Pesos Bus, 6 Pesos Metro, 57 Pesos Eintritt = 143 Pesos, etwa 8 Euro. Wer dumm ist, hat eine Touristen-Tour für 40 USD gebucht. Wie gesagt, das Gebiet ist riesig, und bis ich mal an der hinteren Mondpyramide ankam, ging ich etwa drei Kilometer in der sengenden Hitze. Beim Zurücklaufen zum Bus verliebte ich mich in einen Pullover, den ich einfach mitnehmen musste. Wieder in der City, fuhr ich einmal die ganze grüne Metrolinie bis zur Universität, die mit vielen Wandmalereien versehen ist, nur um dort festzustellen: Akku leer. Danke auch. Aber schön war das trotzdem zu besichtigen. Abends trank ich im Hostel noch zwei Bierchen mit ein paar Australiern. Wenn man keine Deutschen trifft, dann Australier oder Kanadier, überall! Im Zimmer bin ich diese Nacht mit einer Argentinierin namens Ana, und da sie auch raucht, haben wir jetzt unser „Zweier-Zimmer“ zur Raucher-Lounge umfunktioniert. Es ist groß genug, dass bei den Betten kein Rauch steht, der Ventilator bläst alles aus dem Fenster.


Für morgen stehen das Anthropologie-Museum und das Historische Museum auf dem Plan, später vielleicht noch mit Gonzalo die Basilika der Virgen de Guadalupe, der Nationalheiligen vom Mexiko. Natürlich habe ich auch meinen heutigen Tag wieder in ein paar Megabyte Fotos festgehalten, die ihr euch schon via Facebook zu Gemüte führen könnt! Unfassbar, aber: nur noch zwei Nächte hier. Beziehungsweise drei Tage! Macht's gut. Und stellt schon mal das Weißbier kalt!


Song of the Day: JET – Are you gonna be my Girl

20.11.13 05:34


Montag, 18.11.2013 – Día de la Revolución in Coyoacán

Obwohl ich fertig war ohne Ende, konnte ich auch diese Nacht nicht wirklich gut schlafen. Das lag daran, dass in meinem Zimmer (Frauenschlafsaal!!!) jemand so gotterbärmlich schnarchte, dass mein Kopf voll war von Mordfantasien. Die Uschi im Bett über mir hat sich etwa alle fünf Minuten von der einen auf die andere Seite geworfen. Ich war kurz vorm Schreikrampf.

Deshalb begann der Tag auch relativ entspannt mit drei Tassen Kaffee und kleinem Frühstück auf der Dachterrasse des Hostels, mit gigantischem Ausblick über den Zocalo. Eigentlich wollte ich mich heute um 1 Uhr mit Gonzalo beim Frida Kahlo Museum treffen, aber das hatte heute zu, weil Montag und Feiertag (Tag der Revolution) war. Trotzdem wollte er mir unbedingt Coyoacan zeigen. Das ist der Stadtteil wo Frida Kahlo und ihr Mann Diego Rivera lange gewohnt haben. Gonzalo beschrieb mir den Weg, und bis zur Metrostation Coyoacans hatte ich keine Probleme, und danach kannte ich mich nicht mehr. Ich ging ewig vor mich hin, in dieser Schweinehitze, niemand wusste die Straße, nach der ich suchte, ich hatte keinen Bock mehr. Irgendwann suchte ich mir dann ein Taxi. Das war wirklich sauweit! Mensch, war ich angepisst. Endlich kam ich im Zentrum von Coyoacan an, und traf mich um 14 Uhr, also eine Stunde zu spät, mit Gonzalo und seinen WG-Kameraden, die alle total super drauf sind. Erst Bier, dann Kaffee, und ein kleiner Straßenbummel. Coyoacan (dazu gleich mehr) gefiel mir schon sehr gut, war aber meines Erachtens nicht die Mühe wert, die ich auf mich genommen habe. Danach fuhren wir mit der Metro wieder zurück, ich spürte Muskeln, von denen ich nicht wusste, dass ich sie hatte. Ein paar Worte zur Metro: Proppenvoll, heiß, schlechte Luft. Wenigstens muss man nicht lange warten, die kommen jede Minute. Weil mit der Metro – die nur 3 Pesos kostet! – so viele Menschen fahren, bräuchten die hier so Reindrücker wie in Japan. Die Türen haben keine Lichtschranken: Deshalb hatte ich die Möglichkeit zu beobachten, wie ein Typ in der Metro war, und sein Rucksack noch draußen. So musste er bis zur nächsten Station fahren. Alles total verrückt hier.

Coyoacan war früher auch mal eine eigene, kleine Stadt. Ich sah diesen Teil von Mexiko-Stadt eher als großes Dorf. Richtig malerisch: kleine Plätze, umrandet von Palmen und Lorbeerbäumchen, Cafés im Boheme-Stil. Kleine, bunte Häuschen wechseln sich ab mit großen Residenzen, die dort von den spanischen Eroberern erbaut wurden. In der Vergangenheit lebten dort, wie schon erwähnt, Frida Kahlo und Diego Rivera, und ein paar Straßen von ihnen entfernt lebte Leo Trotzki. Auch heute noch ist Coyoacan das bevorzugte Viertel der oberen Zehntausend. Wenn du dich in Coyoacan aufhältst, wirst du nicht glauben können, dass du dich in Mexiko-Stadt befindest.

Seit halb sieben bin ich wieder im Hostel. Alle haben ausgecheckt, ich bin alleine im Zimmer und ich hoffe, das bleibt so. Dann hätte ich endlich mal meine Ruhe. Heute werde ich nicht mehr viel machen: Duschen, eine Doku anschauen, hoffentlich schlafen. Nur noch vier Tage, bzw. drei Nächte in Mexiko-Stadt! Übrigens habe ich neue Fotos von D.F. auf meine Facebook-Seite geladen.



Song of the Day: The Pretty Reckless - You

19.11.13 03:38


Sonntag, 17.11.2013 – Bienvenida al DF!

Ich fange am besten mit gestern Abend an, nachdem ich gebloggt habe. Um etwa 22:15 Uhr fuhren Joaquin und Saskia mich dann zur Plaza del Sol, denn von dort ging mein Bus nach Mexiko-Stadt. Beim Verlassen von Venecia 2459 brach mein Koffer... er wackelt jetzt gewaltig. Ich muss mir eine Lösung suchen für die nächsten paar Tage. Mama, such bitte schon mal den Garantiezettel raus! Um 23:10 Uhr ging mein Bus, und der Abschied fiel mir auch dieses Mal wieder ziemlich schwer. Sobald ich im Bus war, ließ ich meinen Tränen freien Lauf, und hörte im Selbstmitleid versinkend leise Klaviermusik auf dem Handy (unter anderem Chopin, der verstand es, wenn es einem scheiße ging). Die nächsten sieben Stunden verbrachte ich dann irgendwie im Halbschlaf und Dämmerzustand, schlafen konnte ich natürlich keine Sekunde. Irgendwann erreichten wir Mexiko-Stadt, und der Anblick hat mich richtig weg gehauen. Vom Stadtrand dauerte die Fahrt noch eine Stunde ins Zentrum! Soweit das Auge reicht, ein Lichtermeer, und da mal wieder alle Straßen im Zentrum wegen diesen Arschlöchern von Lehrern blockiert ist, musste ich die letzte Cuadra auch noch mit meinem kaputten Koffer laufen. Endlich erreichte ich das Hostel. Nachdem ich meinen Koffer abgestellt habe, brauchte ich einen Kaffee, groß, schwarz und extra stark, deshalb musste ich mir einen Supermarkt suchen. Davor hing eine Gruppe Hippies ab, die eine Alkoholfahne hatten, dass mir direkt schlecht wurde, und da ich nicht an ihnen einfach so vorbei kam, haben die mich (Uhrzeit etwa 06:45) angeredet. „Willst du kiffen?“ - „Nein danke, bin müde“ - „Willst du dann Speed?“ Darauf kam ich gar nicht klar. Dann sagten sie mir, dass Kaffee schlecht für meine Gesundheit sei... aha. Jetzt ist es gerade 08:28 Uhr, ich sitze im Hostel und warte, ich kann erst um 14 Uhr einchecken. Um 1 Uhr treffe ich mich mit Gonzalo, dem Spanier, der hier studiert, mir die Stadt zeigt und hoffentlich auch beschützen kann, denn diese Stadt ist echt hart (siehe erstes Drogenangebot, obwohl es hier von Polizisten nur so wimmelt). So, jetzt ist es dreiviertel zwei, ich habe Gonzalo geschrieben, er soll erst um drei vorbeikommen, denn ich würde vorher gerne einchecken. Dem Koffertypen vertraue ich nämlich nicht. Ich habe die Stadt zu Fuß schon ein bisschen erkundet, und ich muss sagen, bis auf das, dass du hier fast zerquetscht wirst, ist sie eigentlich wunderschön. Vor allem war ich ein bisschen shoppen und habe Klebeband für meinen Koffer gefunden. Mal schauen, ob Susanne McGyver den richten kann. Gut, Susanne McGyver konnte den Koffer richten – fragt sich nur, wie lange der hält. Mir blieb gerade noch genügend Zeit, mir die Zähne zu putzen und mich halbwegs salonfähig zu machen, bevor ich mich mit Gonzalo traf, mit dem ich mich von Anfang an gut verstand. Erst tranken wir ein Bier und dann machten wir uns auf. Zu Fuß. Ich will nicht wissen, wie viel Kilometer ich mir heute wieder angetan habe, aber es war richtig viel, denn der Rückweg kostete 80 Pesos mit dem Taxi. Zuerst zeigte er mir die wuchtige Kathedrale am Zocalo, dem „Hauptplatz“ und den riesigen Palacio de Gobierno, also den Regierungspalast. Als nächstes stiefelten wir durch die proppenvollen Straßen zum Torre Latinoamerica, und fuhren mit dem Aufzug nach oben in den 42. Stock. Was ich von dort aus gesehen habe, kann ich nicht mit Worten beschreiben. Mexiko-Stadt ist unglaublich. So unbeschreiblich riesig! Nur der Smog begrenzte in ein paar Kilometern die Sicht. Ich war sowas von sprachlos und bin es noch immer. Das gehört sicher zu den Momenten in meinem Leben, die ich nie wieder vergessen werde (Fotos folgen, wenn ich wieder ein bisschen Zeit zum Aussortieren und Nerven zum Hochladen habe). Kurz darauf gingen wir am Palacio de Bellas Artes vorbei, dem Palast der schönen Künste. Schon kamen wir an dem kilometerlangen Paseo de la Reforma an, und ich sah den Engel der Unabhängigkeit, das Wahrzeichen der Stadt, mit eigenen Augen. Unbeschreiblich schön. Gonzalo erzählte mir viel über die Gebäude (er studiert hier Architektur im letzten Semester vor der Abschlussarbeit), unter anderem, dass das HSBC-Gebäude das ökologischste in ganz Mexiko ist. Ein bisschen weiter tat sich dann eine Lichtsäule auf, direkt vorm Bosque Chapultepec, und daneben wird gerade das erdbebensicherste Gebäude der Welt gebaut. Richtig interessant. Danach schlenderten wir durch ein ruhigeres Viertel (Name entfallen, da Ureinwohner-Sprache), und mir war die ganze Zeit eigentlich nicht bewusst, dass ich mich in der Hauptstadt dieses Landes befinde. Es war schon dunkel, und Gonzalo suchte mir noch ein sicheres Taxi, mit dem ich zurück zum Zocalo fuhr, wo sich ja auch mein Hostel befindet. Jetzt ist es mittlerweile kurz nach halb 11, ich bin seit über 36 Stunden wach. Nichtsdestotrotz geht es mir noch erstaunlich gut. Ich freue mich schon auf den morgigen Tag, Gonzalo begleitet mich wieder durch DF. Voll gut, wenn man jemanden hat, der sich auskennt! Bis morgen, meine Lieben. Am Montag sind es nur noch vier Tage, bzw. drei Nächte in Mexiko. Song of the Day: Foo Fighters – Back and Forth
18.11.13 05:43


Samstag, 16.11.2013 – Der beschissenste letzte Tag

Viel positive Momente gab es heute nicht, ich fange damit gleich an: Vielleicht habe ich eine Band in Aussicht, aber dazu mehr, falls es so weit kommen sollte. Nummer zwei: Mit Thomas geskypt. Daran negativ: Meine Webcam ist endgültig kaputt. Wenigstens jetzt erst, beim letzten Mal Skype. Sonst habe ich aufgeräumt, fertig gepackt, geputzt, gestaubsaugt (wir haben jetzt einen!), alles abgespült. Abends noch wegen einer Lappalie mit Thomas gestritten (sorry, ich nehme alles zurück). Heute muss ich mich wieder verabschieden, mir graut davor. Und mir ist schlecht, wenn ich an das Busfahren denke. Ich komme also um halb sechs Uhr morgens an, in der zweitgrößten Stadt der Welt nach Tokio. Laune gleich null.


Song of the Day: Oasis – Wonderwall

17.11.13 02:48


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