Juneau
Sonntag, 10.11.2013 – Merida

Lange Busfahrten haben nur einen Vorteil, wenn man nicht schlafen kann: Man kann viel nachdenken. Ich bin dahintergekommen, dass ich sehr wohl meinen Kreditrahmen ausgeschöpft habe, denn ich habe die Flüge für Madrid gebucht. Ich Depp. Jetzt wird mir so einiges klar.

Ok, heute wieder mal Koffer gepackt, noch einen Plausch mit Greg gehalten, der übrigens richtig tolles BBC-Englisch redet (Neid!), und dann um 10 Uhr ausgecheckt. Ich habe mich selten so über die 100 Pesos gefreut, die ich für den Schlüssel als Pfand ausgelegt habe. Mit Wehmut im Herzen, dieses Paradies verlassen zu müssen, lief ich zum Hafen. Dann der Marathon Hafen – Boot – Hafen – Taxi – Busbahnhof Cancun – Bus – Busbahnhof Merida. Im Bus liefen dieses Mal sogar zwei gute Filme, Tower Heist mit Eddie Murphy und Hotel Transylvania, so eine Animation wie Findet Nemo. Mir fiel dabei auf: Ich kann jetzt fernsehen auf Spanisch. Das war die ganze Zeit eigentlich noch eine Hürde für mich, jetzt klappt es. Vier Stunden Bus, und dann kam ich endlich in Merida an, über das gerade ein Tropensturm hinweg saust. Es regnet nach wie vor wie aus Kübeln. Denise konnte mich nicht abholen, da sie und ihre Kumpels übers Wochenende beim Zelten, die waren noch besoffen. Aber kein Stress, ich kann ja auch ein Taxi nehmen, 50 Pesos. Das Verrückteste an Merida: Die Straßen haben keinen Namen, sondern sind durchnummeriert! Der Busbahnhof war z.B. in Calle 70, Colonia Centro. Das heißt auch: Jede Colonia ist durchnummeriert, im Umkehrschluss wiederum: Es gibt in dieser Stadt, die ungefähr eine Million Einwohner hat, mehrere Calle 70. Die Nord-Süd-Straßen sind gerade, die Ost-West-Straßen ungerade. Die geraden Zahlen, die durch vier teilbar sind, verlaufen von Süden nach Norden, die anderen geraden Zahlen von Norden nach Süden. Die Straßen mit den ungeraden habe ich noch nicht so verstanden. Voll verrückt. Der Taxifahrer hat sich mehrfach verfahren, aber ich war ihm nicht böse, ich würde hier ausflippen. Bei Denise haben wir nicht mehr viel gemacht, außer unsere gefühlten tausend Mückenstiche mit Fenistil versorgt und geratscht. Richtig entspannend, einmal nicht diesen Anschau-Zwang zu haben. Das hat morgen Zeit, während Denise in der Uni ist. Gleich hier um die Ecke ist das Maya-Museum, und von dort aus kann ich auch alleine ins Zentrum fahren. Auf jeden Fall werde ich es langsam angehen lassen, keinen Bock mehr. Ich habe mich sattgesehen, mein Hirn ist eigentlich nicht mehr aufnahmefähig.


Song of the Day: Iron Butterfly – In a gadda da vida

11.11.13 06:37
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen
Design & Bild
Gratis bloggen bei
myblog.de