Juneau
Montag, 11.11.2013 – Merida, Teil 2

Ich schlief auf der Couch, und ich fand es so geil, alleine im Wohnzimmer zu schlafen, kein Hostellärm und nichts. Perfekt. Frisch geduscht (Warm! Das erste Mal seit 10 Tagen) machte ich mich mit Denise und Kathi zur Bushaltestelle. Die beiden fuhren zu ihrer Uni, ich ins Zentrum. Voll gut, gleich alles verstanden und richtig ausgestiegen. Meine Besichtigungstour begann im Supermarkt mit einem extragroßen schwarzen Kaffee. Langsam frage ich mich, ob ich koffeinabhängig bin. Ohne Kaffee wäre mein Leben echt trister... egal. Ich habe mir das Zentrum (dazu später mehr) angeschaut, beim BurgerKing für 2,50€ ein richtig fettes Menu gegessen. Das war so das billigste was ich finden konnte. Nach noch mehr Anschauen und Bummeln wurden meine Kopfschmerzen schlimmer und ich musste wieder alleine irgendwie heimfinden, keine Ahnung. Denise meinte, ich soll einen Bus nehmen mit der Aufschrift: „Gran Plaza/Liverpool“. Machte ich natürlich. Der fuhr dann aber eine ganz andere Strecke zurück, und mir wurde schon richtig mulmig in der Magengegend. Ich fragte nach: Fahren Sie gar nicht den Paseo Montejo? Er so: Nö, heute nicht. Dann war ich echt sauer, Bus voll und laut und stickig, ich keine Ahnung von der Stadt.Ich überlegte dann, ob ich aussteigen soll, in einem Viertel, das nicht gut aussah, oder noch weiter fahren soll. Das Viertel fand ich echt nicht prickelnd, ich blieb beim Busfahren. Der Busfahrer schnauzte mich dann voll an, ob ich ewig sitzen bleiben will. Ich giftete zurück, dass mir das gerade gar nicht passt, und er schließlich: Que te vayas! Heißt soviel wie: Verpiss dich. Ich habe dann nur auf Deutsch mit „Arschloch“ geantwortet, und so stand ich mitten auf irgendeiner Straße, ohne deutsches Handy mit Internet, wo man hätte nachkucken können, weit und breit kein Taxi in Sicht, abgesehen davon auch nicht mehr viel Geld in der Tasche. Erst sah ich ganz schön alt aus. Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie kamen dann Pfadfinder-Instinkte zum Vorschein: Wir sind nach Nordwesten gefahren, ungefähr die gleiche Strecke, ich muss (vom Zentrum aus gesehen) nach Norden. Also lief ich Richtung Osten, orientierte mich an Hochhäusern. Keine einzige Menschenseele auf der Straße; das fand ich richtig gruselig! Irgendwann sah ich dann das Banamex-Hochhaus und McDonalds und BurgerKing direkt nebeneinander, und ich fühlte mich wie Bear Grylls, Chuck Norris und McGyver in einer Person. Zurück in dem übrigens sehr schicken Apartment brauchte ich nach meiner Odyssee erst mal zwei Aspirin. Es gibt nur wenig Dinge, die ich mehr hasse als Busfahren! Außerdem habe ich mir noch mein Flugticket ausgedruckt, mein letztes Geld beim Oxxo für Bier, Kippen und Chips ausgegeben, mir Taxiverbindungen zum Flughafen rausgesucht und eigentlich wollte ich noch ins Maya-Museum, das macht aber um 5 Uhr zu, und es war kurz nach halb. Den Abend verbrachten wir mit Ratschen, und ich liebe es, Niederbayrisch zu reden. Die beste Sprache der Welt! Wir ratschten bis ein Uhr morgens, jetzt bin ich wieder fertig, und das Bloggen fiel mir heute schwer und kostete mich viel Überwindung.

Gut, jetzt was über Merida: Das ist eine schöne Kolonialstadt und die Hauptstadt vom Bundesstaat Yucatan. Das Zentrum gefiel mir richtig gut, total entspannt. Allerdings wäre mir Merida ein bisschen zu klein – und das, obwohl Merida eine Million Einwohner hat. Ich habe mich anscheinend schon genügend an Guadalajara gewohnt. Nach viereinhalb Stunden, allerdings mit Fress-Pause, Bummeln und Santeln habe ich wirklich alles gesehen, was es hier so zu sehen gibt.

Morgen werden wir zur Gran Plaza tingeln, einen Mädels-Tag machen, gemütlich schlendern, aber vor allem erst einmal: Ausschlafen!



Song of the Day: KT Tunstall – Black Horse and a Cherry Tree

12.11.13 08:38
 


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