Juneau
Sonntag, 17.11.2013 – Bienvenida al DF!

Ich fange am besten mit gestern Abend an, nachdem ich gebloggt habe. Um etwa 22:15 Uhr fuhren Joaquin und Saskia mich dann zur Plaza del Sol, denn von dort ging mein Bus nach Mexiko-Stadt. Beim Verlassen von Venecia 2459 brach mein Koffer... er wackelt jetzt gewaltig. Ich muss mir eine Lösung suchen für die nächsten paar Tage. Mama, such bitte schon mal den Garantiezettel raus! Um 23:10 Uhr ging mein Bus, und der Abschied fiel mir auch dieses Mal wieder ziemlich schwer. Sobald ich im Bus war, ließ ich meinen Tränen freien Lauf, und hörte im Selbstmitleid versinkend leise Klaviermusik auf dem Handy (unter anderem Chopin, der verstand es, wenn es einem scheiße ging). Die nächsten sieben Stunden verbrachte ich dann irgendwie im Halbschlaf und Dämmerzustand, schlafen konnte ich natürlich keine Sekunde. Irgendwann erreichten wir Mexiko-Stadt, und der Anblick hat mich richtig weg gehauen. Vom Stadtrand dauerte die Fahrt noch eine Stunde ins Zentrum! Soweit das Auge reicht, ein Lichtermeer, und da mal wieder alle Straßen im Zentrum wegen diesen Arschlöchern von Lehrern blockiert ist, musste ich die letzte Cuadra auch noch mit meinem kaputten Koffer laufen. Endlich erreichte ich das Hostel. Nachdem ich meinen Koffer abgestellt habe, brauchte ich einen Kaffee, groß, schwarz und extra stark, deshalb musste ich mir einen Supermarkt suchen. Davor hing eine Gruppe Hippies ab, die eine Alkoholfahne hatten, dass mir direkt schlecht wurde, und da ich nicht an ihnen einfach so vorbei kam, haben die mich (Uhrzeit etwa 06:45) angeredet. „Willst du kiffen?“ - „Nein danke, bin müde“ - „Willst du dann Speed?“ Darauf kam ich gar nicht klar. Dann sagten sie mir, dass Kaffee schlecht für meine Gesundheit sei... aha. Jetzt ist es gerade 08:28 Uhr, ich sitze im Hostel und warte, ich kann erst um 14 Uhr einchecken. Um 1 Uhr treffe ich mich mit Gonzalo, dem Spanier, der hier studiert, mir die Stadt zeigt und hoffentlich auch beschützen kann, denn diese Stadt ist echt hart (siehe erstes Drogenangebot, obwohl es hier von Polizisten nur so wimmelt). So, jetzt ist es dreiviertel zwei, ich habe Gonzalo geschrieben, er soll erst um drei vorbeikommen, denn ich würde vorher gerne einchecken. Dem Koffertypen vertraue ich nämlich nicht. Ich habe die Stadt zu Fuß schon ein bisschen erkundet, und ich muss sagen, bis auf das, dass du hier fast zerquetscht wirst, ist sie eigentlich wunderschön. Vor allem war ich ein bisschen shoppen und habe Klebeband für meinen Koffer gefunden. Mal schauen, ob Susanne McGyver den richten kann. Gut, Susanne McGyver konnte den Koffer richten – fragt sich nur, wie lange der hält. Mir blieb gerade noch genügend Zeit, mir die Zähne zu putzen und mich halbwegs salonfähig zu machen, bevor ich mich mit Gonzalo traf, mit dem ich mich von Anfang an gut verstand. Erst tranken wir ein Bier und dann machten wir uns auf. Zu Fuß. Ich will nicht wissen, wie viel Kilometer ich mir heute wieder angetan habe, aber es war richtig viel, denn der Rückweg kostete 80 Pesos mit dem Taxi. Zuerst zeigte er mir die wuchtige Kathedrale am Zocalo, dem „Hauptplatz“ und den riesigen Palacio de Gobierno, also den Regierungspalast. Als nächstes stiefelten wir durch die proppenvollen Straßen zum Torre Latinoamerica, und fuhren mit dem Aufzug nach oben in den 42. Stock. Was ich von dort aus gesehen habe, kann ich nicht mit Worten beschreiben. Mexiko-Stadt ist unglaublich. So unbeschreiblich riesig! Nur der Smog begrenzte in ein paar Kilometern die Sicht. Ich war sowas von sprachlos und bin es noch immer. Das gehört sicher zu den Momenten in meinem Leben, die ich nie wieder vergessen werde (Fotos folgen, wenn ich wieder ein bisschen Zeit zum Aussortieren und Nerven zum Hochladen habe). Kurz darauf gingen wir am Palacio de Bellas Artes vorbei, dem Palast der schönen Künste. Schon kamen wir an dem kilometerlangen Paseo de la Reforma an, und ich sah den Engel der Unabhängigkeit, das Wahrzeichen der Stadt, mit eigenen Augen. Unbeschreiblich schön. Gonzalo erzählte mir viel über die Gebäude (er studiert hier Architektur im letzten Semester vor der Abschlussarbeit), unter anderem, dass das HSBC-Gebäude das ökologischste in ganz Mexiko ist. Ein bisschen weiter tat sich dann eine Lichtsäule auf, direkt vorm Bosque Chapultepec, und daneben wird gerade das erdbebensicherste Gebäude der Welt gebaut. Richtig interessant. Danach schlenderten wir durch ein ruhigeres Viertel (Name entfallen, da Ureinwohner-Sprache), und mir war die ganze Zeit eigentlich nicht bewusst, dass ich mich in der Hauptstadt dieses Landes befinde. Es war schon dunkel, und Gonzalo suchte mir noch ein sicheres Taxi, mit dem ich zurück zum Zocalo fuhr, wo sich ja auch mein Hostel befindet. Jetzt ist es mittlerweile kurz nach halb 11, ich bin seit über 36 Stunden wach. Nichtsdestotrotz geht es mir noch erstaunlich gut. Ich freue mich schon auf den morgigen Tag, Gonzalo begleitet mich wieder durch DF. Voll gut, wenn man jemanden hat, der sich auskennt! Bis morgen, meine Lieben. Am Montag sind es nur noch vier Tage, bzw. drei Nächte in Mexiko. Song of the Day: Foo Fighters – Back and Forth
18.11.13 05:43
 


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