Juneau
Montag, 18.11.2013 – Día de la Revolución in Coyoacán

Obwohl ich fertig war ohne Ende, konnte ich auch diese Nacht nicht wirklich gut schlafen. Das lag daran, dass in meinem Zimmer (Frauenschlafsaal!!!) jemand so gotterbärmlich schnarchte, dass mein Kopf voll war von Mordfantasien. Die Uschi im Bett über mir hat sich etwa alle fünf Minuten von der einen auf die andere Seite geworfen. Ich war kurz vorm Schreikrampf.

Deshalb begann der Tag auch relativ entspannt mit drei Tassen Kaffee und kleinem Frühstück auf der Dachterrasse des Hostels, mit gigantischem Ausblick über den Zocalo. Eigentlich wollte ich mich heute um 1 Uhr mit Gonzalo beim Frida Kahlo Museum treffen, aber das hatte heute zu, weil Montag und Feiertag (Tag der Revolution) war. Trotzdem wollte er mir unbedingt Coyoacan zeigen. Das ist der Stadtteil wo Frida Kahlo und ihr Mann Diego Rivera lange gewohnt haben. Gonzalo beschrieb mir den Weg, und bis zur Metrostation Coyoacans hatte ich keine Probleme, und danach kannte ich mich nicht mehr. Ich ging ewig vor mich hin, in dieser Schweinehitze, niemand wusste die Straße, nach der ich suchte, ich hatte keinen Bock mehr. Irgendwann suchte ich mir dann ein Taxi. Das war wirklich sauweit! Mensch, war ich angepisst. Endlich kam ich im Zentrum von Coyoacan an, und traf mich um 14 Uhr, also eine Stunde zu spät, mit Gonzalo und seinen WG-Kameraden, die alle total super drauf sind. Erst Bier, dann Kaffee, und ein kleiner Straßenbummel. Coyoacan (dazu gleich mehr) gefiel mir schon sehr gut, war aber meines Erachtens nicht die Mühe wert, die ich auf mich genommen habe. Danach fuhren wir mit der Metro wieder zurück, ich spürte Muskeln, von denen ich nicht wusste, dass ich sie hatte. Ein paar Worte zur Metro: Proppenvoll, heiß, schlechte Luft. Wenigstens muss man nicht lange warten, die kommen jede Minute. Weil mit der Metro – die nur 3 Pesos kostet! – so viele Menschen fahren, bräuchten die hier so Reindrücker wie in Japan. Die Türen haben keine Lichtschranken: Deshalb hatte ich die Möglichkeit zu beobachten, wie ein Typ in der Metro war, und sein Rucksack noch draußen. So musste er bis zur nächsten Station fahren. Alles total verrückt hier.

Coyoacan war früher auch mal eine eigene, kleine Stadt. Ich sah diesen Teil von Mexiko-Stadt eher als großes Dorf. Richtig malerisch: kleine Plätze, umrandet von Palmen und Lorbeerbäumchen, Cafés im Boheme-Stil. Kleine, bunte Häuschen wechseln sich ab mit großen Residenzen, die dort von den spanischen Eroberern erbaut wurden. In der Vergangenheit lebten dort, wie schon erwähnt, Frida Kahlo und Diego Rivera, und ein paar Straßen von ihnen entfernt lebte Leo Trotzki. Auch heute noch ist Coyoacan das bevorzugte Viertel der oberen Zehntausend. Wenn du dich in Coyoacan aufhältst, wirst du nicht glauben können, dass du dich in Mexiko-Stadt befindest.

Seit halb sieben bin ich wieder im Hostel. Alle haben ausgecheckt, ich bin alleine im Zimmer und ich hoffe, das bleibt so. Dann hätte ich endlich mal meine Ruhe. Heute werde ich nicht mehr viel machen: Duschen, eine Doku anschauen, hoffentlich schlafen. Nur noch vier Tage, bzw. drei Nächte in Mexiko-Stadt! Übrigens habe ich neue Fotos von D.F. auf meine Facebook-Seite geladen.



Song of the Day: The Pretty Reckless - You

19.11.13 03:38
 


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